13. Juli 2026. Wie kostbar Wasser ist, ist beim Sportfest der KGS schon klar, bevor die ersten Kinder den Platz des TV Dellbrück an der Mielenforster Straße überhaupt betreten. Die Temperaturen sind so sommerlich, dass Sportlehrerin Mareike von der Mühlen als Captain des Organisationsteams morgens noch einmal jemanden losschickt, um Nachschub für die Wassertankstelle zu besorgen. Dort können sich alle jederzeit Wasser nachholen, sofern die eigene Trinkflasche bereits geleert ist.

108 Liter Nachfüllwasser warten am Ende auf die 400 Kinder, die fast 40 Eltern, die beim Fest unterstützen, die Lehrkräfte und die OGS-Mitarbeitenden, die alle Kinder von Urnen-, beziehungsweise Thurner Straße zum Platz und zurück zu den beiden Schulstandorten begleiten. Und übrig ist am Ende nur eine Flasche. Also 1,5 Liter. 106,5 Liter haben die Sportlerinnen und Sportler sowie ihre Begleitpersonen getrunken. Immer wieder animiert Frau von der Mühlen in ihren Moderationen zum Trinken, nach jedem zweiten Sportspiel gibt’s Trinkpausen im Schatten.

Zu einem Lieblingsspiel wird rasch für viele das „Wassertragen“. Am Start müssen die Kinder aus einem Eimer Wasser einen Becher voll schöpfen, diesen ans Ende einer kurzen Strecke transportieren, in einen zweiten Eimer leeren und zurück zum Start laufen. Alles dreht sich ums kühle Nass. Schön! Wobei – schön ist’s auch beim „Symbole merken“. Das liegt auf der Gegengeraden des TV-Platzes und damit im Schatten unter den hohen Bäumen zu den Tennisplätzen hin. Die Kinder prägen sich am Start die Symbole auf einem Din-A-3-Zettel ein, laufen ans andere Ende der Strecke, tragen die Symbole auf einen leeren Din-A-3-Zettel ein und laufen zurück. Das Team gewinnt, das zuerst fertig ist oder am Ende der Spielzeit die meisten Symbole aufgezeichnet hat.

Insgesamt acht Stationen gibt’s. Die läuft aber keins der Kinder ab. Frau von der Mühlen beschließt mit ihrem Team aus Sportkollegin Laura Schiefer und Referendarin Verena Bettels, die Stationen wegen der Hitze zu verringern. Am Morgen absolvieren die Erst- und Zweitklässler noch sieben Spiele. Die Dritt- und Viertklässler in der späteren Schicht nehmen nur noch an sechs Spielen teil. Und für sie gibt’s Wassereimer, in die sie ihre Caps tauchen und sich so Kühlung verschaffen können.


Außerdem haben die Kinder der zweiten Schicht noch einen besonderen Höhepunkt: Dreispringerin Jessie Maduka (Jahrgang 1996) besucht das Sportfest der KGS. Sie ist eins der Kölner Sportvorbilder der Sportjugend der Stadt Köln und extra fürs Fest aus Düsseldorf angereist. Damit sich das auch lohnt, übernimmt die international startende Leichtathletin, die aktuell für Olympia 2028 in Los Angeles trainiert, das Aufwärmen für die Dritt- und Viertklässler. Sie zeigt ihnen Stretching in Bewegung („langsam!“), Fußgelenksarbeit und Kniehebelauf. Und dann begleitet sie die Kinder an die verschiedenen Stationen, beantwortet dort und auch in den Trinkpausen geduldig Fragen, gibt Autogramme. Jessie erzählt von den vielen Reisen, die sie durch ihren Sport erlebt. Oft an Orte, die sie als Touristin nie bereist hätte. „Ich denke da zum Beispiel an einen Wettkampf in Kasachstan“, berichtet sie, „da bin ich mal im Winter gestartet. Ich weiß noch, es waren minus 32 Grad. Dort gab es Dreifach-Türen, die als Luftschleusen dienten, damit die Kälte draußen blieb.“

Und an Eis denkt sie auch, als sie das Sportfest verlässt. Sie möchte noch eins am Automaten am TV-Platz ziehen. Den Tipp hatte ihr eins der KGS-Talente gegeben. Die Kinder aber tauchen ihre Caps noch einmal für den Weg zurück an ihre Schulstandorte ins kühlende Wasser. Wobei – nicht alle. Ein Junge hat Jessie auf den Schirm seines Basecaps unterschreiben lassen. Das ist zu kostbar, um es wegzuwaschen. Er trinkt lieber noch einen Schluck aus seiner Flasche. Das kühlt auch.
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