1.12.2025. Laubbläser? Diese knatternden, manchmal stinkenden und immer, nun ja, nachbarschaftlich herausfordernden Gartengeräte, was die mit Weihnachtsbaumkugeln zu tun haben? Ist doch klar, das wissen seit dem 1. Dezember alle Schülerinnen und Schüler der KGS. Mit dem Laubbläser lässt sich prima der Weihnachtsbaum schmücken.
Das glauben Sie nicht? Tja, aber Dr. Sascha Ott, Physiker und Wissenschaftsjournalist, Schauspieler und Moderator, hat das in der Weihnachtsshow der Physikanten allen Kindern und den betreuenden Erwachsenen in der Turnhalle am Standort Thurner Straße bewiesen. 45 Minuten lang bekamen die Kinder einmal anderen Unterricht: Physik zum Mitmachen und Mitlachen. Und Weihnachtsbaumschmücken.
Der Laubbläser erzeugte einen Unterdruck, der saugte ein ganzes Röhrchen befüllt mit Weihnachtsbaumkugeln an, eine Kunststoffkugel nach der nächsten, und dann flogen sie rot-gelb-grün-blau-golden in Richtung Basketballkorb. Nur gut, dass Sascha, wie er sich den Kindern vorgestellt hatte, zwei Fänger in die Ecke gebeten hatte. Sie sammelten alle Kugeln wieder ein. „Wir müssen doch die Turnhalle sauber halten“, betonten die beiden und wollten Sascha auch noch Bescheid geben, dass er die Halle später bitte fegen solle. Den beiden war aufgefallen, dass das Publikum recht viel Schmutz vom Schulhof mit hineingetragen hatte. Ausnahmsweise durften die Kinder ihre Schuhe in der Halle anbehalten.
Besondere Ereignisse bedürfen eben auch mal besonderer Regeln. Und besonders, das war die Show. Sascha band seine Experimente in den Alltag der Kinder ein, stellte einen Bezug zu deren Lebensrealität her. Am mitgebrachten Mini-Weihnachtsbaum entzündete er etwa eine Magnesiumkerze. „Habt ihr so was Helles schon mal gesehen?“ – „Neeee!“, riefen die Kinder im Chor. „Habt ihr aber alle im Mäppchen.“ Nanu? Im Mäppchen? „Am Bleistift?“, fragte ein Mädchen. „Nee, am Spitzer. Die Klinge ist aus Magnesium, darum rostet sie nicht, bleibt dafür aber immer scharf, allerdings kann sie nicht brennen, das geht nur mit meinem Magnesium.“


Gelöscht werden mussten die Lichter am Mini-Weihnachtsbaum aber noch. Also – die regulären kleinen Kerzen. „Wer hilft mir?“ Ein Mädchen traute sich, blickte aber etwas ungläubig drein, als Sascha dem Kind eine anscheinend leere Flasche zum Löschen reichte. „Ist leer, ‘ne?“, fragte er. Das Mädchen nickte. „Aber es ist ja bald Weihnachten, die Zeit der Wünsche“, überlegte Sascha. „Ich wünsche mir einfach Wasser. Komm, wir probieren mal, ob das geklappt hat.“ Sie gossen aus der Flasche auf die Flammen – und löschten sie wirklich. „Wie geht das denn?“, wollte Sascha vom Publikum wissen. Ein paar Finger zeigten auf. „CO2“, antwortete ein Junge. Sascha nickte. „Stimmt, das atmet ihr alle aus, Kohlendioxid. Das befindet sich auch im Löschschaum der Feuerwehr.“
Es war Otts vierter Besuch an der KGS. Der Förderverein hatte die Show für alle Kinder der Schule gestiftet. „Sozusagen als Weihnachtsgeschenk für unsere Schülerinnen und Schüler“, erläuterte Schulleiterin Claudia Göbel, freute sich und bedankte sich für die tolle Chance, Kindern den Sachunterricht einmal anders zeigen zu können.


Auch mit Elli, dem Engelchen, das versehentlich in Saschas Wohnzimmer abgestürzt war, das er aber an der KGS mit Hilfe von heißer Luft („die ist leichter als kalte und steigt auf“) am Fallschirm bis an die Hallendecke fliegen ließ. Mit dem KGS-Symphonieorchester, das auf Röhrchen „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ spielte („hört genau hin, je länger das Rohr, desto tiefer der Ton“). Und eben mit der Weihnachtsbaumschmuckmaschine. „Das dürft ihr zu Hause aber nicht nachmachen!“, warnte Sascha zwar immer wieder. Aber, liebe Lesende, vielleicht räumen Sie den Laubbläser ja besser doch außer Reichweite. Zumindest bis nach dem Fest.
Verena Bettels


